Informationsveranstaltung zu geplanten Satzungsänderungen am 8. Juni im Clubhaus Giesen

Wochenend-Camp der 96-Fußballschule 25.-27. September

Sportlich aufgestiegen, formal ausgebremst

Die 2. Herren des TSV Giesen hat als SG Giesen/Ahrbergen den Aufstieg sportlich erreicht.

Die Mannschaft hat über die gesamte Saison geliefert, sich den Erfolg auf dem Platz verdient und sportlich alles getan, was nötig war.

Trotzdem darf diese Mannschaft in der kommenden Saison nicht aufsteigen.

Grund dafür ist die Beendigung der bestehenden Spielgemeinschaft durch unseren bisherigen SG-Partner SV Rot-Weiß Ahrbergen. Nach der Spielordnung des NFV können Mannschaften aus einer zum Ende des Spieljahres aufgelösten Spielgemeinschaft in diesem Jahr nicht aufsteigen. Genau diese Regel führt nun dazu, dass unsere 2. Herren trotz sportlich erreichtem Aufstieg nicht in die Kreisliga aufrücken darf.

Wir nehmen diese Entscheidung zur Kenntnis. Verstehen können wir sie in unserem konkreten Fall nicht.

Der TSV Giesen hat die Auflösung der Spielgemeinschaft nicht veranlasst. Im Gegenteil: Wir wären bereit gewesen, die SG fortzuführen. Die Mannschaft wurde in den vergangenen Jahren im Wesentlichen durch den TSV Giesen getragen. Spieler, Trainer, Betreuer, Organisation und die laufende Arbeit lagen überwiegend bei uns. Der sportliche Erfolg ist das Ergebnis genau dieser jahrelangen Arbeit.

Umso bitterer ist es, dass dieser Erfolg nun durch die Entscheidung des Partnervereins verloren geht. Eine Spielgemeinschaft bedeutet für uns Partnerschaft, Verantwortung und gegenseitigen Respekt. Gerade deshalb hätten wir uns im Sinne des gemeinsamen Spielbetriebs eine andere Lösung gewünscht.

Natürlich braucht es Regeln. Und natürlich müssen Regeln Missbrauch verhindern. Aber Regeln müssen auch den Einzelfall gerecht abbilden. In unserem Fall wurde die SG nicht kurzfristig gegründet, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Sie bestand seit mehreren Jahren und diente der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs. Genau dieser Spielbetrieb wird nun durch die Anwendung der Regel gefährdet.

Das ist aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß.

Im Amateurfußball wird seit Jahren darüber gesprochen, dass das Ehrenamt gestärkt werden muss. Überall fehlen Trainer, Betreuer, Funktionäre, Vorstände und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Auch der NFV weist immer wieder darauf hin, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Fußball ist.

Genau deshalb ist diese Situation für uns so frustrierend.

Wir investieren unsere Zeit ehrenamtlich. Wir organisieren Mannschaften, suchen Trainer, kümmern uns um Spieler, Spielbetrieb, Plätze, Kommunikation und alles, was im Hintergrund dazugehört. Das alles passiert nicht, weil man Langeweile hat, sondern weil man den Fußball vor Ort erhalten will.

Wenn eine Mannschaft dann über Jahre aufgebaut wird, sportlich aufsteigt und am Ende trotzdem nicht aufsteigen darf, weil eine starre Regelung keinen Raum für den konkreten Einzelfall lässt, dann macht das etwas mit den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. So gewinnt man in der heutigen Zeit keine neuen Ehrenamtlichen. So sorgt man eher dafür, dass Menschen irgendwann sagen: Warum tue ich mir das überhaupt noch an?

Wir halten es deshalb für dringend notwendig, dass der NFV seine Spielordnung überprüft und an die Realität des heutigen Amateurfußballs anpasst. Es geht nicht darum, Regeln abzuschaffen. Es geht darum, Regeln so zu gestalten, dass sie Missbrauch verhindern, aber nicht die Vereine bestrafen, die den Spielbetrieb aufrechterhalten. Aus unserer Sicht braucht es bei solchen Fällen klare Ergänzungen, die unverschuldete Sonderfälle berücksichtigen. Wenn ein Verein eine Spielgemeinschaft nicht auflösen will, über Jahre den Spielbetrieb trägt und der andere Verein die SG beendet, darf der sportlich erreichte Erfolg nicht automatisch verloren gehen. Dafür muss es eine zeitgemäße Lösung geben.

Der aktuelle Fall zeigt aus unserer Sicht deutlich, dass manche Regelungen neu gedacht werden müssen. Der Amateurfußball hat sich verändert. Die Zahl der Mannschaften sinkt, Spielgemeinschaften werden wichtiger, Ehrenamtliche werden weniger. Eine Spielordnung muss diese Entwicklung abbilden und darf nicht an der Realität der Vereine vorbeigehen.

Für unsere Spieler und unser Trainerteam ist diese Situation extrem bitter. Sie haben auf dem Platz alles richtig gemacht und stehen am Ende trotzdem ohne den verdienten Aufstieg da. Das ist schwer zu akzeptieren.

Unabhängig davon sind wir stolz auf diese Mannschaft. Stolz auf die Spieler, das Trainerteam, die Betreuer und alle, die über die Saison hinweg ihren Teil beigetragen haben. Der sportliche Aufstieg bleibt sportlich verdient, auch wenn er formal nicht wahrgenommen werden darf.

Sportliche Grüße

Max Rambasky
1. Vorsitzender
TSV Giesen Fußball